Digitalen Fotos einen analogen Look verpassen

Digitalen Fotos einen analogen Look verpassen

Keine Frage: Der analoge Look von Street- und Porträtaufnahmen wird gerade auf Social Media ultra gehypt. Doch du kannst auch ohne Film und Analogkamera Fotos im Vintage Stil kreieren. Hier kommen ein paar Hacks, mit denen das gelingt.

Analog oder digital? Wohl kaum eine andere Frage scheint die Fotowelt mehr im Griff zu haben. Denn während die neuesten Systemkameras von Sony, Fuji und Co. für frischen Wind auf dem digitalen Fotomarkt sorgen, bevorzugen viele Künstlerinnen und Künstler analoge Kameras. Und das nicht ohne Grund. Die besonderen Farben und der weiche Look analoger Fotos sorgen für eine melancholische Atmosphäre. Die Bilder wirken wie aus einer anderen Zeit und irgendwie stimmungsvoll aus der Situation heraus. Genau diese Stimmung ist es, die du aber auch digital erzeugen kannst. Und das geht so.

Die charakteristischen Farben

Was analoge Fotos wohl am meisten von digitalen Bildern unterscheidet, ist die charakteristische Farbgebung. Fotografiert man beispielsweise mit dem Kodak Gold 200, erhält man dezent entsättigte Farben und eine warme Licht- und Farbstimmung. Dieses Design kannst du in der Nachbearbeitung als Inspirationsquelle nutzen. Über Color-Grading kannst du die Lichter und Schatten in sanfte Orange- und Gelbtöne tauchen. Nach Bedarf anschließend die Farben etwas entsättigen. Für weiche Konturen reduziere zudem die Klarheit. Die Lichter kannst du weicher erscheinen lassen, indem du die Gradationskurve am oberen Ende etwas ins Negative neigst.

Für den ausdrucksstarken Ilford HP5-Look solltest du auf deinem Schwarzweiß-Foto den Kontrast erhöhen. Das erreichst du am besten, indem du die Höhen brillanter und die Tiefen etwas dunkler machst. Für das kühle Finish anschließend über das Color-Grading eine dezente blaue Tönung hinzufügen. Für authentische Ergebnisse empfehlen sich auch passende Film-Overlays.

Analoge Objektive verwenden

Auf fast alle System- und digitalen Spiegelreflexkameras kannst du analoge Linsen anbringen. Also Optiken, die bereits vor dem digitalen Zeitalter auf dem Markt waren. Was daraus entsteht, sind warme Farben sowie butterweiche Konturen und Lichter. Ein weiterer Vorteil: Du erhältst alte Objektive mit einer super Lichtstärke bereits oft für unter hundert Euro. Am beliebtesten sind Festbrennweiten mit 50 mm oder 35 mm mit einer hohen Offenblende von f/1.8. Um die alten Objektive anzuschließen, gibt es für jeden Kamerahersteller passende Adapter. Auf den Autofokus musst du dann allerdings verzichten.

Add more Grain!

Ohne Körnung geht in der analogen Fotografie gar nichts! Deshalb solltest du auch deinen digitalen Fotos ein bisschen Grain verpassen. Das geht am besten über Lightroom. Hier kannst du zudem die Anordnung und die Korngröße bestimmen. Gerade Schwarzweiß-Fotos und Bilder mit Bewegungsunschärfe sehen mit Körnung direkt viel stimmungsvoller aus. Allerdings erscheint die digital erzeugte Körnung von Lightroom und Photoshop häufig sehr klar und künstlich. Mithilfe der Film-Overlays wirkt die Körnung noch analoger und echter, da sie eher unregelmäßig verteilt ist.

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Das Spiel mit Lens Flares

Lens Flares entstehen, wenn die Sonne direkt ins Objektiv fällt. Die runden Lichtpunkte gelten eigentlich als Bildfehler und werden von modernen, hochpreisigen Objektiven weitgehend beseitigt. Um einen Retro-Look zu erzeugen, kann Flaring aber durchaus gewollt sein. Denn gerade die hellen Lichtkreise und ausgewaschene Lichter bestimmen den analogen Bildcharakter. Um Lens Flares zu erzeugen, fotografiere offenblendig direkt gegen das Licht. Du kannst die Position der Kreise selbst bestimmen, indem du die Kameraperspektive veränderst. Den Effekt kann man allerdings auch in der Nachbearbeitung hinzufügen.

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Vignettierung hinzufügen

Auch abgedunkelte Bildränder gelten in der Fotografie als ungewollte Bildfehler. Dieser verwaschene dunkle Rahmen kommt durch einen Lichtabfall am Rand zustande. Moderne Objektive weisen im Vergleich zu alten Linsen kaum noch Vignettierungen auf. Dezent eingesetzt, können sie aber durchaus ästhetisch sein und zu einem analogen Look beitragen. Über Photoshop und Lightroom kannst du Vignetten ganz einfach hinzufügen. Dort kannst du zudem die Intensität und Größe frei wählen.

Unschärfe als Gestaltungsmittel

Die Analogfotografie lebt von Momentaunahmen, Schnappschüssen, dem Unperfekten. Gerade bei Low Light entstanden früher häufig Fotos mit Bewegungsunschärfe. Da moderne Digitalkameras über weitaus höhere Lichtempfindlichkeiten verfügen, kann Bewegungsunschärfe besser vermieden werden. Digitale Fotos wirken daher oft schärfer, brillanter, perfekter. Um jedoch eher den moody, unperfekten Vibe der Analogfotografie aufzugreifen, kannst du die Verschlusszeit ein wenig erhöhen. Je nach Brennweite können hier 1/50 bis 1/20 Sekunden schon ausreichen, um eine dynamische Bewegungsunschärfe zu erzeugen.

Durch manuelles Scharfstellen standen früher “falsch” fokussierte Motive auf der Tagesordnung. Setze dein Motiv deshalb mal bewusst out of focus. Unschärfe lässt Raum für Phantasie und erzeugt Emotionen.

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Analoges Finish mit Film Overlays

Es gibt spezielle Film Overlays, die deinem Foto den analogen Feinschliff verpassen. Overlays funktionieren wie eine Art Maske, die du in der Nachbearbeitung auf dein Foto legen kannst. Damit hast du eine große Auswahl analoger Farben und Settings. Overlays werden als png-Datei zur Verfügung gestellt und lassen sich mit wenigen Klicks easy in Photoshop importieren. Lege die Datei als zusätzliche Ebene auf dein Bild. Anschließend kannst du über “Modus” die beiden Bilder miteinander addieren. Es gibt zum Beispiel passende Overlays, mit denen du den Look des Kodak Gold 200 oder des Ilford HP5 Films erhältst. Hier gelangst du zu den verschiedenen Bundles.


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